Die Kündigung durch den Arbeitgeber

  • Worum geht's?

Manchmal kommt die Kündigung durch den Arbeitgeber aus dem heiterem Himmel. Für die meisten Menschen bricht dann ihre nicht nur berufliche Welt zusammen.

Zweifel, Ängste, Hilflosigkeit, Sorgen, ja vielleicht sogar Panik sind in solchen Situationen wahrscheinlich die menschlichsten aller Reaktionen. Doch was ist zu tun, wenn Sie von ihrem Arbeitgeber gekündigt worden sind? Ein Tipp vorab: den Kopf in den Sand zu stecken, ist die vermutlich schlechteste Reaktion!

Die Fachanwälte für Arbeitsrecht der Rechtsanwaltskanzlei Croset erklären hier, welche Maßnahmen zu treffen sind und welche Fristen Sie beachten müssen.

  • Inhalt
  • Erläuterung

1. Wie verhalte ich mich richtig? Wer kann mich beraten? Warum sollte ich mich beraten lassen?

Die Kündigung durch den Arbeitgeber ist für den Arbeitnehmer immer eine Ausnahmesituation. In solchen Situationen ist es wichtig zu wissen, was man als Arbeitnehmer tun kann und tun muss.

Kündigung Arbeitgeber
Sind Fragen zur Kündigung durch Ihren Arbeitgeber offen geblieben? Nutzen Sie unsere kostenlose Erstberatung unter der 030 315 68 110.

Durch die fachkundige Hilfe können Dinge, die man in der ganzen Aufregung vielleicht vergisst, für Sie mit einem besseren Ergebnis geregelt werden.

Tipp: Arbeitnehmern sollten zu den Fragen rund um die Kündigung durch den Arbeitgeber professionelle Beratung suchen. Ein Fachanwalt kann die Chancen einer eventuellen Kündigungsschutzklage für Sie einschätzen und wird Sie zu allen Belangen rund das Thema arbeitgeberseitige Kündigung beraten.

Vorsorglich: Doch manchmal kommen arbeitgeberseitige Kündigungen auch nicht aus ganz heiterem Himmel. Ist das Verhältnis zu ihrem Arbeitgeber vielleicht schon länger gespannt? Wurden Sie schon abgemahnt? Sind die Gründe für die Abmahnung vielleicht „an den Haaren herbei gezogen“?

Die Fachanwälte für Arbeitsrecht der Rechtsanwaltskanzlei Croset können Sie auch in einer solch ähnlich schwierigen Situation beraten, wie Sie sich verhalten sollen und wie ihre Rechte durchsetzen können.

2. Was ist der Unterschied zwischen der ordentlichen und der außerordentlichen Kündigung?

Bei der arbeitgeberseitigen Kündigung sind zwei Konstellationen zu unterscheiden: die ordentliche oder fristgemäße Kündigung und die außerordentliche oder fristlose Kündigung.

Bei einer ordentlichen Kündigung wird Arbeitnehmern zum Ende ihrer gesetzlich, vertraglich oder tariflich festgelegten Kündigungsfrist gekündigt.

Wichtig zu wissen: Die im BGB gesetzlich fixierte Kündigungsfrist bemisst sich zum einen nach der Frage, ob Sie sich noch in der Probezeit befinden. Dann beträgt die Kündigungsfrist nur 2 Wochen und kann zu jedem beliebigen Tag ausgesprochen werden.

Wenn Sie sich nicht mehr in der Probezeit befinden, bemisst sich die arbeitgeberseitige Kündigungsfrist nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Je länger Sie in einem Unternehmen tätig sind, desto länger ist die Kündigungsfrist. Die kürzeste Kündigungsfrist liegt bei 4 Wochen und kann meist nur mit Wirkung zum Ende oder zur Mitte eines Monats ausgesprochen werden.

3. Ist die außerordentliche Kündigung gerechtfertigt?

Oft versuchen Arbeitgeber aber auch Situationen zu konstruieren oder kleinere Verfehlungen zu dramatisieren, die für den Arbeitgeber das Festhalten an dieser Kündigungsfrist als unmöglich darstellen sollen.

So wird Arbeitnehmern beispielsweise ein Diebstahl, Arbeitszeit-Betrug oder eine andere Pflichtverletzung vorgeworfen, um sie ohne Kündigungsfrist sofort entlassen zu können (sog. außerordentliche bzw. fristlose Kündigung).

Der Fall Emmely: Die Kassiererin Emmely wurde 2008 nach 31 Jahren Betriebszugehörigkeit von ihrem Arbeitgeber gekündigt. Der Vorwurf lautete, dass sie 2 Pfandbons im Wert von 1,30 Euro eingelöst habe. Diese Pfandbons waren verloren gegangen und wurden ihr lediglich zur Aufbewahrung übergeben.

Dieser in den Medien viel zitierte Fall ging bis vor das höchste deutsche Arbeitsgericht. Das Bundesarbeitsgericht urteilte 2010, dass diese Kündigung unverhältnismäßig war und damit nichtig.

Es zeigt sich, dass nicht jede wegen einer Bagatelle ausgesprochene fristlose Kündigung – egal ob diese ordentlich oder außerordentlich ausgesprochen wurde – rechtmäßig sein muss.

4. Wie kann ich gegen die Kündigung klagen? Kündigungsschutzklage innerhalb von drei Wochen!

Möchten Sie sich gegen die Kündigung des Arbeitgebers wehren, so ist rechtzeitiges Handeln wichtig. Ist die Kündigung einmal zugegangen, kann nur innerhalb von 3 Wochen bei dem zuständigen Arbeitsgericht eine Kündigungsschutzklage eingereicht werden.

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Haben Sie eine Kündigung von Ihrem Arbeitgeber erhalten? Kontaktieren Sie uns über kanzlei@ra-croset.de

Zwar zielt die Klage in erster Linie darauf ab, dass die Kündigung für nichtig erklärt wird und der Arbeitsplatz erhalten bleibt. In den allermeisten Fällen dürfte es aber so sein, dass das Arbeitsverhältnis gegen die Zahlung einer Abfindung abgewickelt wird.

Neben der Frage nach einer Abfindung geht es in einem solchen Verfahren auch um die Abgeltung von Resturlaub und Überstunden, den Anspruch auf ein förderliches Arbeitszeugnis oder eventuelle Leistungen der Altersvorsorge. Bei einem Vergleich werden solche Punkte in aller Regel auch geregelt.

Sie können auch ohne Rechtsanwalt gegen eine Kündigung vorgehen. Die Arbeitsgerichte haben sog. Rechtsantragsstellen eingerichtet. Dort können Sie ihren Sachverhalt vortragen und die Mitarbeiter nehmen ihre Kündigungsschutzklage mündlich auf. Vor dem Arbeitsgericht herrscht kein Anwaltszwang. Allerdings kann nur ein Fachanwalt beurteilen, ob die Klage Erfolgsaussichten hat.

Nutzen Sie hierzu unsere kostenlose Ersteinschätzung. Schildern Sie uns ihren Fall per Telefon unter 030 315 68 110 oder schreiben Sie eine Nachricht an kanzlei@ra-croset.de.

Wichtig: In jedem Fall geht es um ihre Rechte und um eine finanzielle Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes.

5. Wie und wann melde ich mich arbeitslos? Drei-Tages-Frist einhalten!

Wie soll es finanziell nach einer Kündigung weitergehen? Diese Frage stellen sich die meisten gekündigten Arbeitnehmer. In diesen Fällen steht ihnen die Arbeitslosenversicherung, in die sie Beiträge einbezahlt haben, zur Seite.

Durch das Arbeitslosengeld I fallen Sie nicht in das finanzielle Nichts. Die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I beträgt bis zu 12 Monate. Ältere Arbeitnehmer erhalten je nach Beschäftigungsdauer und Alter bis zu 24 Monate Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung.

Grundsätzlich gilt: Sie müssen sich innerhalb der ersten drei Tage nach Zugang der Kündigung bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitslos melden. Dies kann persönlich, telefonisch oder online geschehen. Egal ob Sie die Kündigung für gerechtfertigt halten oder nicht. Auch wenn eine Kündigungsschutzklage erhoben wird, müssen Sie sich bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitslos melden.

Um Nachteile wie Sperrzeiten oder Kürzungen des Arbeitslosengeldes I zu vermeiden, sollten Sie sich so schnell wie möglich bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitslos melden. Durch die Meldung über das Telefon oder online, ist eine solche Meldung einfach und schnell möglich.

Mehr zum Thema Kündigung und Kündigungsschutz

Wissenswert: Berechnung der Kündigungsfristen

Eine ordentliche und damit fristgemäße Kündigung ist immer an die Einhaltung der vereinbarten, gesetzlichen oder im Tarifvertrag festgelegten Kündigungsfrist gebunden.

Meistens greift man hier aber auf die im BGB gesetzlich festgelegten Fristen für arbeitgeberseitige Kündigungen zurück. Diese orientieren Sich an der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Doch wie lange ist die Kündigungsfrist bei 15 Jahren Betriebszugehörigkeit?

Mehr erfahren Sie unter: Kündigungsfrist richtig berechnen.

Praxisbeispiel: Unrechtmäßige außerordentliche Kündigung

Per Videobeweis wurde die stellv. Filialleiterin in einem Einzelhandelsgeschäft überführt zweimal Zigaretten eingesteckt zu haben ohne diese zu bezahlen. Der Arbeitgeber kündigte ihr aufgrund dieses Diebstahls fristlos und außerordentlich.

Wie im Fall Emmely eine Bagatell-Kündigung, da die Zigarette nur einen geringen Wert haben. Doch der Videobeweis war hier nicht zulässig!

Warum dies so war, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Kein Kündigungsschutz in der Probezeit? Unter Umständen schon!

Allgemein bekannt ist die Annahme, dass ein Arbeitnehmer in der Probezeit keinen Kündigungsschutz genießt. Doch ist dies keine Tatsache! Es gibt auch hier Ausnahmen dieser weit verbreiteten Annahme.

Wir erklären, wann Sie trotz Probezeit Kündigungsschutz genießen.

Bildquellennachweis vadimphoto1(at)gmail.com / PantherMedia.net

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